ADHS, wie kann man das beim hyperaktiven Kind oder Erwachsenen nachweisen?

Da befinden wir uns in einer absoluten Grauzone! Es ist ganz ganz schwierig, ADHS als solches nachzuweisen.

Wobei ich mich in einer günstigen Lage befinde!

Ich brauche nur mich selbst anzuschauen.

Und ich brauche nur nachzuspüren, wie es meinem Gegenüber geht.

Das ist das Erste, womit ich die Symptome wahrnehme und einordne.

Ich erkenne die Dinge sofort, die bei hyperaktiven Kindern und hyperaktiven Erwachsenen auf Grund ihrer Neurophysiologie anders sind.

Es fängt mit dem Muskeltonus an. Der Muskeltonus beim hyperaktiven Kind und Erwachsenen ist herabgesetzt.

Den Zustand z.B., dass ich Ihnen hier so schön gerade gegenüber sitze, muss ich ganz direkt und mit viel Konzentration aufrecht erhalten.

Wenn Sie als Lehrer oder Hospitant in eine Schulklasse kucken, dann können Sie die hyperaktiven Kinder schon an der Haltung erkennen, daran, dass die hyperaktiven Kinder wenig gerade sitzen.

In der ersten Klasse liegen die hyperaktiven Kinder sogar meist auf der Schulbank.

Da gibt es zwar auch einfach nur untrainierte Kinder.

Die meisten jedoch, die auf der Schulbank liegen und zwischendurch wieder „hochschrecken“, aufspringen und  rumlaufen wollen, das sind die, die mit ihrem Muskeltonus ihre Schwierigkeiten haben.

Und diese Muskeltonus- Schwierigkeit ist eines der Kriterien eines hyperaktiven Kindes.

Wenn wir dieser Gedanken- und Erkenntnislinie jetzt folgen, dann lässt sich weiterführen, dass eine Konzentrationsfähigkeit nur dadurch möglich ist,

dass ich aufrecht bin,

den Nacken aufrecht habe,

stabil bin,

gerade bin,

damit kann ich auch aufmerksam sein.

Wenn ich herunter“sacke“, dann knicke ich hinten im Hals ein und die Durchblutung des Kopfes ist so nicht mehr gegeben und die Aufmerksamkeit „fällt“.

Wenn ich ein interessantes Thema habe, dann bin ich natürlich „richtig da“.

Wenn ich ein langweiliges Thema habe, dann bekomme ich die Energie dafür nicht zusammen.

Im Prinzip ist das bei den meisten Menschen so, aber bei hyperaktiven Kindern und Erwachsenen ist das ganz besonders deutlich ausgeprägt.

Daraus folgt auch, dass meine Diagnostik für hyperaktive Kinder oder Erwachsene nicht nur danach geht, wie die Konzentrationsspanne ist, sondern ob derjenige in der Lage ist, eine durchgehende Konzentration zu haben oder ob er zwischendurch aussteigt.

Wenn Sie hyperaktiven Kindern in die Augen sehen, dann werden Sie merken, dass diese zwischendurch die Augen wegdrehen, durch Sie hindurchschauen und plötzlich wieder da sind.

Das sind ganz unterschiedliche Zeiträume, bei manchen ist es sehr kurz, bei manchen ist es ein bisschen länger.

Genau das sind die Zeiträume, in denen das Gehirn für die Außeninformation einfach nicht eingeschaltet ist.

Das sind die Spannen, wo man als hyperaktives Kind oder Erwachsener von der Außenwelt einfach nichts mehr mitbekommt.

Das heißt, man steht zwischendurch „im Dunkeln“. Und ich kann Ihnen verraten, dass das kein gutes Gefühl ist.

Mir hat mal eine Schülerin gesagt, die zusätzlich auch noch hochbegabt war:

„Wissen Sie, Frau Doktor, wenn der Lehrer einen Satz mit 10 Worten sagt, dann freue ich mich, wenn ich 5 Worte mitbekomme und die restlichen 5 denke ich mir dazu.“

Ich konnte sie außerordentlich gut verstehen.

Ich selbst habe in der Schule als hyperaktives Kind Schwierigkeiten bekommen, weil ich Dinge nicht genau so wiederholen konnte und nacherzählen konnte, wie die Lehrerin es vorerzählt hat.

Ich habe mir viele Dinge selbst erarbeitet. Und diese Dinge waren manchmal anders, als das, was der Lehrer gesagt hatte, so dass ich also oftmals damit nicht gut herausgekommen bin.

Genau dadurch habe ich auch gemerkt, wo die Probleme für die hyperaktiven Kinder in der Schule liegen. Und so konnte ich auch die Schlussfolgerungen ziehen, wie man mit hyperaktiven Kindern in der Schule anders umgehen kann.

Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, dann klicken Sie hier und erfahren Sie mehr!