Eines Tages brachte Yvonne ihren Sohn Pauli wie jeden Morgen in die Kita. Die Erzieherin fing die beiden schon im Flur auf und sagte zur Mutter: „Wir können Pauli nicht länger in unserer Kita behalten. Er ist untragbar und eine Gefahr für sich und für die anderen Kinder.“

Yvonne brach auf dem Flurboden in sich zusammen und weinte.

Wie sollte sie zur Arbeit gehen? Wo sollte sie Pauli lassen?

Seit Wochen wechselte sie zwischen dem Stress und dem Zeitdruck, den sie auf der Arbeit hatte und dem Stress und dem Druck, der sie jeden Abend beim Abholen in der Kita erwartete.

Jeden Abend hörte Yvonne die Erzieherinnen sagen:

„Pauli hört nicht zu. Er macht nie, was man von ihm erwartet. Er macht immer nur, was er will und was ihm gerade einfällt!“

„Die anderen Kinder wollen nicht mehr mit ihm spielen. Daran ist er selbst Schuld. Er will immer der Bestimmer sein. Er kann sich nie auf ein gemeinsames Spiel mit den anderen Kindern einlassen.“

„Wenn wir draußen sind, klettert er ohne Rücksicht auf Gefahren und Ansagen überall hin. Er hat überhaupt kein Respekt und keine Angst vor dem, was alles passieren könnte. Es ist fast unmöglich, auf ihn aufzupassen. Wenn man ihm Grenzen setzt, wird er wütend. Er schreit und schlägt um sich.“

„Wenn wir drin sind, klettert er überall rauf. Er klettert auf Bänke, Tische und Stühle und wenn man ihm sagt, er soll das nicht machen, dann rastet er aus, schreit, schlägt und tritt um sich.“

„Wenn die anderen Kinder nicht machen was er will, wenn sie ihm nicht gehorchen und ihm was wegnehmen, geht er auf sie los, schreit sie an, beißt und schlägt sie.“

„Seine Handlungen sind unberechenbar. Er kennt keine Grenzen. Wir müssen ständig auf ihn aufpassen und nur für ihn da sein. Wenn wir so intensiv für ihn und für seine Sicherheit sorgen müssen und zusätzlich noch für die Sicherheit der anderen, wie sollen wir uns dann um alle Kinder richtig kümmern?“

„Das geht so nicht weiter. Pauli muss weg! Gehen Sie mit Pauli zum Arzt und lassen Sie ihn behandeln“.

So saß Yvonne in meiner Praxis für Sozialpsychiatrie, in der ich viele Eltern und Kinder wie Pauli und Yvonne betreue, vor mir. Sie erzählte mir ihre Geschichte und sagte mit einer Stimme, die am Ende ihrer Kraft war: „Frau Doktor, ich kann nicht. Ich bin am Ende meiner Weisheit angekommen. Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll. Ich habe keine Kraft mehr dafür…“

„Ist Pauli wirklich so ein schreckliches Kind, das weg muss?“ fragt mich Yvonne.

„Pauli ist zweieinhalb Jahre alt“ antworte ich „in diesem Alter kann ein Kind nicht schrecklich sein“.

Für einen Moment scheint sie meine Antwort zu beruhigen. Doch im nächsten Augenblick beugt sie sich zu mir nach vorn und fragt mich mit weit aufgerissenen Augen: „Frau Doktor, hat mein Kind ADHS?“

Das ist die Frage, die ich jeden Tag mehrfach von so vielen Eltern gestellt bekomme, immer mit demselben angstvollen Geschichtsausdruck: „Frau Doktor, hat mein Kind ADHS?

Im Grunde genommen wollen sie mich fragen: „Ist mein Kind unheilbar krank?“

Meine Antwort aus tiefster Überzeugung ist: „ADHS ist keine Krankheit“.

„Ja, Pauli weist in der Tat die typischen Verhaltensweisen auf, die man einem ADHS-Kind zuordnet“ sage ich zu Yvonne.

„Woher kommt das? Was habe ich falsch gemacht? Was hätte ich anders machen müssen?“ fragt mich Yvonne.

„Sie haben nichts falsch gemacht“ antworte ich „man kann immer nur so gut handeln, wie man es bis dahin weiß“. Yvonne sieht mich ein wenig ratlos an: „Wenn ich nicht weiß, wie der Körper und das Gehirn eines ADHS-Kindes funktionieren, kann ich auch nicht seine Handlungs- und Verhaltensweisen verstehen.“

Diese Kinder sind nicht schrecklich, wenn sie auch so erscheinen. Sie sind einfach nur „anders“. Anders als alle anderen Kinder, die als „normal“ gelten. Wenn man einen Blick in ihre Gehirne wirft, kann man verstehen, warum sie so handeln, wie sie handeln.

Und auch ich als Erwachsener kann das nur verstehen, wenn ich das nicht nur mit meinem Gehirn betrachte, sondern mit meinem Herzen darauf blicke.

Genau so wie der Autor Antoine de Saint Exupery in seinem schönen Buch „Der kleine Prinz“ sagt: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Für die Augen ist das Wesentliche unsichtbar“.

Yvonne guckte mich weiterhin fragend an. Ich fuhr fort: „Wenn Sie das erreichen wollen, so habe ich dafür extra ein Elternseminar eingerichtet, in dem ich den Eltern nahe bringe, woher die Verhaltensweisen ihrer Kinder kommen, wie sie denken und wie sie fühlen. Und wie man diesen wunderbaren Kindern, die nicht krank sind, sondern nur anders, auch dementsprechend anders begegnen kann, damit sie in der Kita oder Schule nicht ausrasten, sondern sich verstanden, geborgen und geliebt fühlen.

Da wurde Yvonne ganz weich und als hätte sie heulen können, sagte sie zu mir: „Frau Doktor, ich wünsche mir nichts anderes, als dass mein Kind sich verstanden, geborgen und geliebt fühlt. Wann findet der nächste Abend statt, Frau Doktor, an dem Sie dieses Eltern-Seminar abhalten?“

Ich griff in meine Schublade und holte eine DVD heraus: „Hier ist das Eltern-Seminar. Es ist alles darauf, was sie wissen müssen und brauchen, um Ihr Kind besser zu verstehen. Sie können es sich sofort Zuhause anschauen.“

Yvonne kaufte sich sofort die DVD und verließ guten Mutes die Praxis.

Zwei Tage später rief Yvonne in meiner Praxis an: „Frau Doktor, ich kann alles verstehen. Ich kann jetzt verstehen, warum Pauli sich den Erziehern und den anderen Kindern gegenüber so verhalten hat. Aber was muss ich jetzt machen? Wie kann ich das alles jetzt zum Guten verändern? Sie haben, als ich bei Ihnen war gesagt, ich muss mein Kind mit dem Herzen sehen. Mit dem Kopf hab ich das jetzt verstanden, aber wie mache ich das jetzt mit dem Herzen?“

„Wie ich es erreichen kann, mein Kind aus dem Herzen heraus anzuschauen“

„Kommen Sie am nächsten Wochenende zum Power-Coaching-Seminar und Sie erfahren am eigenen Leib, wie sich das – Aus dem eigenen Herzen heraus Sehen – anfühlt und wie Sie das in ihrem täglichen Leben mit Pauli umsetzen können“.

Für mehr Informationen über das Seminar klicken Sie auf die Mohnblüte: 

In den drei Seminartagen veränderte sich Yvonne von einer schon ganz zerknitterten und frustrierten Frau in eine strahlende junge Frau und in eine sichere Persönlichkeit, die wusste, was sie will und was sie sich wünscht. Über diese Veränderung waren alle anderen Teilnehmer ebenfalls erstaunt und bestätigten ihr dies.

Gleich am Montag brachte Yvonne Pauli wieder zur Kita und erzählte den Erzieherinnen, dass sie bei Frau Dr.med. Käte Niederkirchner mit Pauli zur Behandlung war und sich sehr wünscht, dass sie Pauli eine Chance geben und ihn wieder in die Kita aufnehmen. Zumindest für eine Woche, danach sehen wir weiter.

Eine Woche später bekam ich einen Anruf aus Paulis Kindertagesstätte. Die Erzieherinnen wollten natürlich wissen: „Frau Doktor, was haben Sie mit dem Kind gemacht?“

„Was ist denn passiert?“ fragte ich.

„Wir haben am Montag einen völlig veränderten Pauli bekommen. Er schreit nicht, er haut nicht. Er hört zu, es ist unglaublich. Er macht sogar, was wir von ihm wollen. Und das Schärfste ist, es hat keine zwei Tage gedauert, da hat er sich zum Liebling der Kita entwickelt. Was haben Sie mit Pauli gemacht, Frau Doktor, dass er sich so verändert hat?“ fragten mich die Erzieherinnen erneut.

„Mit Pauli hab ich gar nichts gemacht. Ich habe was mit der Mutter gemacht“, antwortete ich.

„Wie bitte? Mit der Mutter?

Sie haben die Mutter behandelt, statt das Kind?“

„Ja genau. Das mache ich ebenfalls mit Therapeuten und Erzieherinnen, wollen Sie wissen, wie?“ Die Erzieherin am Telefon war ganz verblüfft: „Äh .... Ja, natürlich“ hörte ich sie sagen.

Und wie die Therapeuten und Erzieher von meiner Ausbildung profitieren, das ist eine andere Geschichte, die ich Ihnen zu einem anderen Zeitpunkt erzähle.

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